Essaouira
von Edith Kohlbach
Vielleicht die schönste Stadt an der Atlantikroute ist Essaouira, das mit seiner vollständig erhaltenen Medina aus dem 18. Jh. und dem bedeutenden Fischereihafen malerisch auf einer Felsenterrasse am Meer liegt, umschlossen von einem hohen Dünengürtel. Das beliebte Seebad mit 61.400 Einwohnern hat ganzjährig ein mildes Klima. Der starke Wind beeinträchtigt den Aufenthalt zwar etwas, macht die Küste aber zu einem Paradies für Surfer. In den Wintermonaten gibt es an der marokkanischen Atlantikküste sehr hohe Wellen. Allerdings ist dieser Sport wegen der felsigen Ufer nur Könnern zu empfehlen. Material muss selbst mitgenommen werden. Da die Wassertemperaturen ca. 16°C betragen, ist ein langer, mindestens 4 mm starker Neopren-Anzug erforderlich.
Stadtbummel in Essaouira
Lohnenswert ist der Besuch des Fischereihafens mit seinen Befestigungsanlagen aus dem 18. Jh. Frühmorgens findet die Versteigerung der Fänge statt, mittags werden die frischen Sardinen auf der Kaimauer gegrillt, einfach köstlich und ein billiger Genuss.
Am Place Moulay el-Hassan geht links eine kleine Gasse entlang der Mauer zur Skala de la Kasbah, eine kanonenbestückte Plattform auf der Festungsmauer. Von der Nordbastion am Ende hat man einen schönen Blick über die Stadt. Unter der Skala liegen die Werkstätten der Kunsttischler, für die Essaouira berühmt ist. Aus Thujaholz fertigen sie geschnitzte Holzmöbel mit Einlegearbeiten aus Zitronen- und Ebenholz, Perlmutt und Silber.
Im Museum Sidi Mohammed ben Abdallah in der Rue Laalouj kann man die schönsten Erzeugnisse dieser Handwerkskunst bewundern. Im Erdgeschoss sind die Musikinstrumente und rituellen Gegenstände der verschiedenen Brüderschaften, der Aissaoua, der Hamadcha und der Gnaouas ausgestellt. Auch die Musikinstrumente der Berbermusik, der andalusischen Musik und des Malhoun sind hier zu sehen. Im ersten Stock sind Thujaarbeiten, Töpferei-Erzeugnisse der Haha-Region, Teppiche der Chiadma-Frauen, kunstvoll bemalte Türen und Paneele, Kleidung, Schmuck und Waffen zu bewundern; ebenso eine Gemäldeausstellung.
Abschließend ist ein Bummel durch die malerischen Gassen bis zu dem arkadengesäumten Markt zu empfehlen. Hinter dem Leuchtturm am Ortseingang ist die Kubba von Sidi Mogdul, Schutzpatron und Namensgeber von Mogador. Der gebürtige Irländer erlitt vor der Küste Schiffbruch und wurde ans Land gespült. Durch seine technischen Fähigkeiten wurde er ein angesehener Mann und wie ein Heiliger bestattet. Dort ist auch der Campingplatz.
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